GESTALTUNG

Die Gestaltung einer Anlage - ob Garten, Park oder Freifläche - verbindet Kunst und Architektur mit Technik und Botanik. Um eine angenehme Atmosphäre zu erreichen, sollte sich die Anlage harmonisch in den Raum einfügen. Die Geschichte des Ortes spielt dabei ebenso eine Rolle wie der Stil seiner Bebauung und der Charakter seiner Umgebung. Der Zeit kommt eine ganz besondere Bedeutung zu: Im Unterschied zur Architektur entsteht mit Pflanzen ein sich stetig veränderndes Bild. Das Planen dieses Wandels im Verlauf der Jahre und Jahreszeiten wurde schon seit dem Barock zur Kunst und Anfang des 20. Jahrhunderts zur akademischen Fachdisziplin erhoben.





Der GARTEN

Der Garten ist im ursprünglichen Sinne ein umzäunter Ort. Geschützt vor Tieren wuchsen dort Obst- und Gemüsepflanzen. Später wurde daraus mehr ein Platz der Erholung und Besinnung. Schattenspendende Bäume und duftende Blumen verdrängten Kohl und Bohnen. Bald spiegelte sich im Garten auch die gesellschaftliche Stellung der Besitzer wieder. Das zur Schau stellen von Rang und Erfolg erzeugte gestalterische Moden - die Gartenkunst war geboren. Heute finden wir in Gärten eine Mischung all dieser Funktionen und eine Vielfalt an Trends. Doch in allen spiegelt sich die persönliche Note des privaten Raums unter freiem Himmel wider.





DER PARK

Die Anfänge des Parks führen uns in die königlichen Jagdreviere und gräflichen Weidegründe. Als gestaltete Landschaft präsentierten sie ihren adligen Besitzern das Schönste der Natur en miniature. Schon ein kleiner Spaziergang führte zu exotischen Bäumen, Wasserfällen oder Aussichtspunkten. Man sprach diesen kleinen Paradiesen sogar die Kraft zu, den Besucher zu bessern, ihn zu positiven Gedanken zu inspirieren. Diese Wirkung sollte bald auch allen Teilen der Bevölkerung zu Gute kommen – die ersten öffentlichen Parkanlagen entstanden. Bis heute sind dabei Entspannung und Unterhaltung die wesentlichen Ziele geblieben.





die FREIFLÄCHE

Die Freiflächen in Städten oder Dörfern sind Begegnungsräume für alle Menschen. Ursprünglich befestigte man die Wege, Plätze und Flächen einer Gemeinde aus praktischen Gründen. Bäume oder Bänke kamen erst später hinzu, und aus der Pferdetränke wurde der öffentliche Parkplatz. Diese öffentlichen Räume entwickelten sich zum Aushängeschild für die Ortschaft – und damit zum Arbeitsfeld für Künstler oder Gärtner. Heute dienen solche Flächen vielen gemeinnützigen Zwecken. Sie bleiben dabei Mittelpunkt unseres gesellschaftlichen Lebens.




Einige Begriffserklärungen: ENTWURF

Das Entwerfen eines Gartens ist kreativer Prozess, bei dem Funktionstüchtigkeit, Nutzungsanspruch und Kostenrahmen von Beginn an berücksichtigt werden. Meist gehen mehrere Vorentwürfe voraus, in denen verschiedene Gestaltungs- und Funktionsmöglichkeiten ausprobiert werden. Diese werden dann gemeinsam mit dem Kunden besprochen und dienen der Entscheidungsfindung. Dabei stehen Erscheinungsbild und Nutzung der Anlage im Vordergrund. Das Ergebnis dieses Prozesses sind Zeichnungen, Bilder und Texte, die den zukünftigen Garten beschreiben und nach denen er erbaut werden kann.

TECHNISCHER PLAN

Die technische Planung oder auch Ausführungsplanung dient der genauen Darstellung und Beschreibung der Bauweisen, Mengen und Materialien aller Details des zukünftigen Gartens. Das reicht vom Schichtaufbau der Wege über Höhenreliefs wie Hügel bis hin zu Fundamenttiefen oder Schraubverbindungen. Solche Zeichnungen können, je nach Entwurf, sehr genau und aufwendig sein und werden heute fast nur noch mit Hilfe von CAD-Programmen erstellt. Damit die Pläne als Bauvorlage geeignet sind, werden die jeweiligen Elemente, z.B. eine Treppe, von allen Seiten gezeichnet: von oben, von vorn, rechts und links oder wenn nötig noch von hinten und unten betrachtet.

DETAILPLANUNG

Ein Entwurf kann auch speziell für diesen Garten entwickelte Details wie Möbel, Brunnen oder Pergolen vorsehen. Diese müssen dann extra entwickelt und konstruiert werden. Hierfür arbeitet der Planer eng mit Herstellern wie Metallbauern, Tischlern oder Steinmetzen zusammen. Oft werden zunächst Probestücke gefertigt, um Farben, Form und Material mit dem Kunden anschaulich entscheiden zu können. Zur Detailplanung zählen auch Bewässerungspläne und Beleuchtungskonzepte.

PFLANZPLANUNG

Für die meisten Menschen sind Pflanzen das wichtigste am Garten. Um eine langlebige, dauerblühende und attraktive Pflanzung anzulegen, benötigt man ein enormes Wissen, viel Erfahrung und jede Menge Geduld. Je nach Standort bestimmen Bodenart, Lichtverhältnisse, Klima und Pflegeaufwand die in Frage kommenden Pflanzen. Aus dieser eingegrenzten Auswahl wird nach Wuchshöhe, Blütenfarbe, Blattstruktur und vielen anderen Kriterien ein Pflanzkonzept entwickelt. Erst dann kann für jeden Monat der Saison eine entsprechende Pflanzenkombination herausgesucht werden. Schließlich wird der eigentliche Pflanzplan erstellt, in dem jede Pflanze mit ihrer endgültigen Größe im Beet verzeichnet ist.

BAUBETREUUNG

Wenn alle Entscheidungen getroffen und jedes Detail festgelegt ist, dann kann der Garten gebaut werden. Garten- und Landschaftsbauer sind die meistgefragten Fachkräfte auf diesem Gebiet. Mit ihnen bespricht der Planer jedes Detail, den Zeitplan und die Kosten. Meist sind sogar viele Gewerke im Einsatz, die wohlüberlegt eingetaktet werden müssen. Jeder Bauabschnitt wird kontrolliert und auftretende Probleme müssen zügig gelöst werden. Dabei sollte der Kunde möglichst wenig belastet aber stets informiert werden. Die Betreuung des Baues ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.

PFLEGEKONZEPT

Ist ein Garten gerade fertig gebaut muss er sich entwickeln können. Stauden benötigen 2-3 Jahre, um sich am neuen Standort richtig zu entfalten, Gehölze oft länger. Aber auch Mauern und Wege, Holzkonstruktionen und Bewässerungsanlagen benötigen eine fachkundige Pflege, um ihre Funktionsfähigkeit zu behalten. Nur wann schneide ich am besten die Hecke? Und kann ich den neuen Weg im Winter mit Salz streuen oder nehme ich besser Streusand? Hier ist ein übersichtliches und leicht verständliches Pflegekonzept von großem Nutzen. Auch bei älteren Anlagen kann man durch gezielte Pflegemaßnahmen vieles erhalten oder verbessern – man muss nur wissen, wie.



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